Aero ist alles

Aero, CdA, freeSpeed

Aerodynamik ist für mich als Triathleten alles, weil ich mit einer guten Aeroposition schneller bin. Und da gibt es so viele Begriffe die in der Sportwelt herumfliegen. Das Ziel von nahezu allen Texten in diesem Zusammenhang ist der berühmte FreeSpeed. Eine sehr spannende Ausführung zum Thema Aero wurde mir im Triathlon Szene Blog “Der professionelle Altersklassen Athlet” gegeben. In dieser Ausführung geht es um den CdA-Wert eines Radfahrers. Um was es geht und wie ich das ganze selbst probiert habe, könnt ihr hier lesen.

CdA: Die Aero Position in Zahlen

Aerodynamic Drag: Der Wert, welcher festlegt, wie viel Angriffsfläche ich in meiner Radposition dem Wind biete. Das ist zumindest die einfache Erklärung. Detailliert könnt ihr auf der Website unter diesem LINK nachlesen, worum es bei CdA geht.

Mein Ziel (und das von jedem Triathleten) sollte sein, dass der CdA-Wert so niedrig wie möglich ist. Cameron Wurf, Hawaii 180.3 KM Rekordhalter im Zeitfahren, hat in seinem Blog geschrieben, dass er einen CdA Wert von 0.214 hat.

Darum geht es nun

Ziel meines Tests war es, dass ich meinen eigenen CdA-Wert bestimmen kann. Basierend auf diesem Wert entscheide ich dann über Material und Aero-Position.

Auf dem Bild ist mit meine beste Aero Position dieses Jahr zu sehen. Beim Staffel-Rennen in Lauingen konnte ich 43.2 kmh auf 75 Kilometer halten. Dafür habe ich gute 280 Watt über 1h45 getreten. Aus meiner Sicht ist das für mein Material schon ein sehr guter Wert.

Lauingen TT 2018

Das Aerodynamik Testverfahren

Das Prozedere ist im Detail hier beschrieben: YOUR POWERMETER IS THE BEST WINDTUNNEL.

Zusammengefasst geht es darum eine vordefinierte Strecke öfters abzufahren und dann in einer Software die Fahrt auszuwerten.
Wichtige Details dabei sind:

  • Die Strecke sollte eine Senke mit wenig Verkehr sein
  • Eine Wende sollte an zwei Hochpunkten möglich sein
  • Man soll die Aeroposition dauerhaft halten
  • Kein Bremsen auf der gesamten Fahrt
  • Powermeter und Radcomputer/Uhr für das Aufzeichnen
  • Das Gesamtgewicht des Fahrers und Materials vorher und nachher messen

Meine Teststrecke

Meine Teststrecke ist eine wenig befahrene Strasse im Süd-Osten von Augsburg. Dort ist es knapp ein Kilometer mit circa 20 Höhenmetern auf beiden Seiten.

Auf der Strecke hat mich während der gesamten Zeit nur ein Auto überholt. Dies war zum Glück an der höchsten Stelle und ich konnte langsam an der Seite rollen. 
Ich habe auf der Teststrecke zwei Runden gedreht. Ich bin jeweils 3 mal zwischen beiden Seiten gependelt pro Testrunde. Das ergab 6 Kilometer und 6 mal die Senke, um die Auswertung durchzuführen.

Das Aero Material

Hier mache ich es kurz und knapp: Felt B14, Renyolds 50 mm, Conti 4000 II, Aero-Flaschenhalter, Flaschenhalter hinter dem Sattel und Zubehör in der Tasche auf dem Oberrohr. An mir hatte ich einen 2xu Aero-Skinsuit und einen Giro Aerohead. Gemessen habe ich mit einem Wahoo Element Bolt.

Also kurz gefasst hier (ps. War kalt, das musste schnell gehen, Lachen fehlt leider):

Material für meinen Aerotest
Aero Test: Das Material

Die Aerodynamik Auswertung

Die Auswertung der Testfahrten funktioniert indem die Datei an ein Tool wie Golden Cheetah geladen wird. In dem Tool gibt es das “Chung Aerolab Analyse”. Mittels dieser Analyse kann die Einheit ausgewertet werden. Denn dort sind bis auf den CdA-Wert die Eingangsparameter einstellbar. Die genauen Daten können/sollten vorher gemessen sein. Deshalb die oben verlinkte Anleitung gut durchlesen.

Meine Eingabewerte:

Rollwiederstand0.0045Fast neue Mäntel, etwas abgefahren
Gesamtgewicht88 KiloZumindest nach der Badwaage
Luftdichte1.22 rhoBerechnet mit Golden Cheetah
ETA1Habe ich gleich gelassen
Eoffset531.62 mWurde durch meinen RadComputer gemessen

Am Ende kamen bei mir folgende zwei Graphen als Ergebnis heraus. Mit Klick auf das Bild gibt es das in groß.

Aero Test 1: Auswertung
Aero Test 2: Auswertung

Die Auswertung

Die Diagramm unterscheiden sich deutlich. Leider ist beim ersten Test das Offset der Höhe nicht in Golden Cheetah vorhanden. Also habe ich die Analyse basierend auf der Null-Achse gemacht. D.h. der negative Unterschied der Senken musste gleich sein. (Warum -> Siehe Erklärung in Powermeter Windtunnel).
Dafür sieht das zweite Diagramm deutlich besser aus. Und wenn man die Werte unter den Diagrammen betrachtet stehen die CdA-Werte für mich bereits dran.

Test 1 ergab einen CdA von 0.2295 für die optimalste Gerade zwischen den Senken.
Test 2 ergab einen CdA von 0.2335.

Demnach kann ich aus dieser simplen Testreihe folgende Schlüsse ziehen:
Mein CdA ist schon ganz gut. Bis Cam Wurf sind es mindest noch 0.015. Und bei einer Streuung von 0.04 muss ich für eine valide Aussage noch ein paar mal Testen.

Tipps und Ideen

Im Forum habe ich bereits den Tipp erhalten: Nicht päpstlicher als der Papst sein. Der Wert in Golden Cheetah zeigt an, ob man gut auf dem Rad sitzt oder eben nicht.
Eventuell werde ich die Testfahrt von 3 Fahrten je Test auf 4 oder sogar 5 erhöhen. Damit sind mehr Vergleichspunkte vorhanden sein.

Ansonsten: Einfach mal machen, auch wenn großer Mist raus kommen kann, hat man doch Spaß daran. Zumindest hatte ich diesen. 
Lasst doch einmal eure Ideen hier und schaut im Forum vorbei.

tomhohenadl Verfasst von:

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