Iron ohne Man – Zell Das Rennen

Zell am See. Das Rennen, welches meine Saison 2018 definiert hat. Im ersten Blogeintrag findet ihr bereits die Vorbereitung und das Pre-Race Drama des 26.8.18. 
Auf dieser Seite meines Blogs kommt das Rennen in zwei Akten. Außerdem noch eine stolze geschwollene Brust von der Siegerehrung und meinem ersten Podium bei einem Ironman Rennen. Bei meinem ersten Ironman Rennen.

ZaS: Das Rennen

Vor dem Rennen durften wir Athleten noch die Beutel umhängen, weil Kein Radbeutel ist auch gleich zuerst Laufbeutel. Zum Glück blieb es ab 10 Uhr und dem Umhängen trocken. Die Laufschuhe blieben Trocken und der Neo wurde beim Einschwimmen endlich nass.

Punkt 12:58 und ein paar Sekunden ging es los. Akribisch kann ich. Ich stand in der 5 Reihe des Rolling-Start, um direkt meine Schwimmstärke mit weiteren guten Schwimmern nutzen zu können. Alle 10 Sekunden wurden 6-8 Athleten ins Wasser gelassen. Mein Ziel war möglichst viel Vorsprung beim Schwimmen, da ich wusste, dass mehrere gute Läufer im Feld waren. Somit All Out für 100 Meter, um die zuvor gestartete Gruppe zu bekommen und sicher ein paar gute Beine zu finden. Bereits nach den 100 Metern war ich an der Spitze der Gruppe. Tja, Plan umgesetzt und sogar der schnellste der vorherigen Gruppe gewesen. Schon ein gutes Gefühl, aber eigentlich am Plan vorbei gegangen.

Raus aus der Wechselzone

Demnach ging es ab da meist alleine durch den See. Die Starter hinter mir, welche mich überholten waren zu schnell für mich und die Starter vor mir waren zu weit weg. Demnach habe ich sehr viel der Strecke für mich, ehrlich mit (nicht gegen) dem Wasser gearbeitet. Ziel unter 27 Minuten mit 26.41 gut getroffen.

Viel zufrieden drein blicken gab es nicht, da jede Sekunde noch mehr zählt, wenn das Rennen “nur” 2 Stunden dauert. Im Wechselzelt habe ich dann die erste Lektion des Tages gelernt. Immer hinsetzen zum Schuhe anziehen, wenn eine Bank vorhanden ist, das bringt (zumindest mir) einige der wertvollen Sekunden. Denn ich bin etwas sehr getaumelt als ich den zweiten Socken und zweiten Schuh anziehen wollte. Das hat definitiv Zeit gekostet.

Im Zelt habe ich zwei Bekannte aus Bayern gesehen, welche normal deutlich besser Schwimmen. Ich wusste das sie vor mir ins Wasser sind, also konnte ich doch ganz kurz zufrieden lächeln. Mein Ziel war es die beiden beim Laufen so schnell wie möglich zu überholen. Die eine der beiden hat die schnellste Zeit der Amateur-Frauen am Tag geholt. Richtig fetten Glückwunsch dazu.

Das Laufen ging mit einem für mich sehr hohen Puls los. Und ich wollte diesen auch halten, bis ich die 200 Meter zu meinen Bekannten aufgeholt hatte. Entsprechend schnell ging ich das Rennen an. Es war eher der Gedanke was ich habe das habe ich und wenn ich langsam werden würde, dann wäre es sicher noch knapper. Und bis nach Zell habe ich das strikt durchgezogen. In der Stadt kamen mir Profis und die schnellsten AK Schwimmer entgegen. Am ersten Anstieg habe ich dann etwas raus genommen, um ein Gel zu nehmen und den Puls zu drücken. Dann ging es einfach nur gegen die Uhr. Kilometer für Kilometer. An der Wende bei KM 8 sah die Abständen zu meinen Verfolgern. Ich wusste, dass ich auf Platz 3 in meiner AK lag.

Was ich nicht wusste war, ob die guten Läufer bereits vor oder noch hinter mir in der Zeit waren. Das ist wirklich sehr ärgerlich am Rolling-Start. Sicher ist es angenehmer so zu starten, aber durch die Liga bin ich mittlerweile einiges gewohnt und starte lieber mit dem Gefühl “Wer vor mir ist, ist vor mir und dahinter eben dahinter”.

Simon links 1:11 – Tom rechts 1:21

Nach der ersten Runde lag ich immer noch auf Platz 3 meiner AK. Danke hier für die Information von Stefan, welcher Markus Stöhr begleitet hat. Er konnte mir an einer super Stelle zwei mal pro Runde meinen Platz zurufen. Was es ausmacht zu Wissen wer wo ist, merkte ich beim zweiten Runden-Band in der Innenstadt. Meine Freundin hat genau den Moment fotografiert in dem ich vom späteren Sieger meiner AK und Gesamt-Amateur-Sieger überholt wurde.

Die guten Läufer in meiner AK hatten heute natürlich “a gmade Wiesen”, da sie Rückstände vom Schwimmen und Radfahren verhältnismäßig gering halten und leichter Wettmachen konnten. Mein Lauf war mit 1h21 Minuten mein zweit schnellster Halbmarathon bisher. Und trotzdem fehlten mir nach der zweiten Runde 10 Minuten auf die Tages-Bestzeit in meiner AK. Da haben die Läufer wirklich zugeschlagen.

Die zweite Runde wurde verdammt hart. Meine Oberschenkel – das wunderte mich sehr, so ohne Radfahren – machten nach 14 KM langsam zu. Auch mein Tempo das zweite mal zur Wende hoch wurde langsamer und ich sah einige Starter an mir vorbei gehen. Vor allem flog auch der zweite Platz meiner AK an mir vorbei. Das sah schon nach sehr gutem Laufen aus. Damit war es für den Rest der Strecke noch mehr Kampf gegen die Uhr und die Oberschenkel. Über Abstände nach hinten wusste ich nie etwas. Also ein Kampf gegen den Krampf im Oberschenkel. Im Ziel berichteten viele, auch die zwei Pros mit denen ich gesprochen habe, über dicke, müde Oberschenkel. Die entspannte Woche nach dem Rennen hatte ich einen Muskelkater in den Oberschenkel wie noch nach keinem Radtraining.

Froh war ich als ich endlich im Ziel gewesen bin. Frisch sah ich nicht mehr aus. Hier der Beweis, dass ich so aussah als hätte ich alles gegeben:

Frisch: Nur den Umstehenden, nicht der Tom

Etwas hat es gedauert bis ich meine Supporter gefunden habe. Dann war es direkt soweit. Ohne Hallo und Wie gehts direkt ans Handy: Ergebnisliste. Der Kampf gegen die Uhr hatte sich gelohnt. 10 Sekunden auf Platz 4 habe ich gerettet. Vor allem gegen einen weiteren Deutschen, welcher mir beim Neusser 10km Osterlauf genau eine Minute gegeben hat. Demnach war ich froh, dass ich am Abend auf die Siegehrung gehen durfte. Zwar wusste ich, dass es mit einem Nizza Slot nur über den Roll-Down gehen würde, aber ein bisschen freute ich mich trotzdem.

Nach sehr warmer Dusche und sehr warmem, aber kleinem Essen ging es zur “Award Ceremony”. Meinen ersten Pokal durfte ich als dritter der AK 18-24 entgegen nehmen und mich sehr freuen, dass ich neben meinen Roth Pokal nun einen zweiten aus Zell stellen kann.

Alles in allem war ich etwas enttäuscht, weil ich sehr mit einem starken Radfahren gerechnet habe. Weil die Quali in den Schnee gefallen ist. Aber jetzt, einige Wochen später bin ich zufrieden und freue mich über den Gutschein für ein anderes Ironman Rennen. Diesen habe ich auch schon eingesetzt und Mitte Oktober beginnt die Vorbereitung für die Mitteldistanz in St. Pölten.

Matt und BlingBling: Roth und Zell

Bis Dahin entspanne ich, ruhe meine Beine aus und lade meine Motivation wieder voll auf. Viele Grüße, Tom

tomhohenadl Verfasst von:

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