Laktat: Mehr Milch als Muskel

Laktat: Reste der Energiegewinnung

Diese Woche habe ich zum ersten mal eine Laktat-Leistungsdiagnostik durchführen lassen. Warum: Weil “Laktat ist das Endprodukt des anaeroben laktaziden Stoffwechsels und der beste Indikator für die objektive Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit.” – Quelle sportdiagnostik.de

Genau, haben wir alle Verstanden und jetzt fehlt nur noch das wie und was kam heraus. Also los ..

Mehr Energie ist mehr Laktat

Je mehr ich meinen Körper fordere, desto mehr Energie in Form von ATP benötige ich. ATP ist Adenosintriphosphat ist der universelle Energielieferant im Körper. Mehr zu ATP findet ihr hier.

Um dieses ATP zu produzieren benötigt mein Körper Sauerstoff. Sobald der aufgenommene Sauerstoff nicht mehr ausreicht, um ATP zu erzeugen, wird Laktat gebildet (Sportdiagnostik.de). Dieses Laktat lagert sich in Muskeln und Blut ab und zeigt den Stand des Energiestoffwechsels im Muskel.

Auf Grund dieser Erkenntnis kann nun eine Diagnostik durchgeführt werden.

Die Laktat-Leistungsdiagnostik

Für meine Leistungsdiagnostik war ich in München am Sportmedizinischem Zentrum der TU. Dort habe ich mich einmal komplett durchchecken lassen und die Diagnostik gemacht. Das allgemeine Ergebnis: Ich bin schon ganz fit.  Die erste Erkenntnis: da geht noch mehr.

Aber erstmal zum Test. Ich war für 45 Minuten an das Belastungs-EKG auf einem Fahrrad angeschlossen. Während der 45 Minuten ging es Stufenweise alle 3 Minuten um 30 Watt nach oben. Ich habe mit 80 Watt angefangen und bin dann bis 410 Watt und 1:50 gefahren. Jede Stufe wurden nach 2 Minuten der Blutdruck und kurz vor Ende der Stufe das Laktat im Blut gemessen.

Das ganze sah zu Anfang noch so aus:

110 Watt: Noch lache ich

Laktat Bildungsrate

Mein Ergebnis habe ich dann in der Nachbesprechung des Tests erhalten. Basierend auf meinen Werten (Gewicht, Watt, Dauer und Laktat) konnte meine Laktat Bildungsrate bei bestimmten Belastungen gemessen werden.
Basierend auf dieser Rate können die Bereiche der Regeneration (Keine Laktatbildung bzw. Laktatkonzetration sehr gering), der Grundlage (geringe Laktat Bildung) und anaerober Bereich (rasche Steigung der Laktat Bildung) festgelegt werden.

Als Ergebnis habe ich einen Schwellenwert von 3.8 Watt pro Kilogramm Körpergewicht bei 160 Pulsschlägen pro Minute. Basierend auf der Auswertung kann auch gesagt werden, dass ich bis zwischen 180 und 260 Watt Grundlage fahren könnte.

Was bringt mir das

Zum einen kenne ich nun meine Laktatbildungsrate in bestimmten Leistungsbereichen. D.h. zum Abbau des Laktats kann ich bis 190 Watt fahren. Zwischen 190 und 290 Watt findet der Großteil meines Grundlagentrainings statt. Bei 290 Watt ist circa meine Schwelle. Darüber wird geballert.

Außerdem weiß ich nun die ungefähren Trainingsbereiche. Basierend auf diesem Ergebnissen kann mein Trainer die kommenden Tests erstellen.
Zusätzlich könnte ich anhand der Pulsbereiche meine Lauftrainingsbereiche bestimmen. Es gilt hier eine sehr allgemeine Annahme: Puls auf dem Rad + 10 = Puls beim Laufen. Das ist aber sehr allgemein. Genau können die Laufwerte durch eine Lauf-Spiroergometrie bestimmt werden.

410 Watt: Da schaffte ich nur noch 1:50

Was fehlt mir jetzt

Um nach dem Modell der Anaeroben Kapazität zu arbeiten fehlt mir eine Atemgas-Analyse. Das bedeutet, dass ich mit einer Maske den Test nochmal fahre und meine Atmung geprüft wird. Basierend auf aufgenommenem Sauerstoff und dessen Abgabe kann die Schwelle und die Trainingsbereiche nochmal besser errechnet werden.

Derzeit meinen Rolle um die Tests zu fahren, da diese derzeit beim Service ist. Jetzt heißt es warten und hoffen, damit ich bald schwitzend auf der Rolle sitzen kann.
Und darauf freue ich mich sehr, sogar auf die Rolle.

Laktat wieder abbauen

Der ganze Test wurde mir in einem Dokument aufbereitet. In diesem steht, wie ich das Laktat wieder abbaue und wie schnell ich bei einem Bergzeitfahren in Freiburg gewesen wäre. Laut Auswertung würde ich für das Bergzeitfahren mit 770 HM auf 11.5 km circa 36:21 bei leichtem Material (aka Sommerfigur) kommen. Damit wäre ich dieses Jahr Platz 32 geworden.

Das ist doch ein Ansporn leichter zu werden und dabei die Schwelle weiter zu erhöhen. 
Also geht es, wenn das Laktat von der Diagnostik abgebaut ist wieder ran ans Training.

tomhohenadl Verfasst von:

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